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Vorträge in Süddeutschland

Wenn meine Ausreise nach Peru ein Sprung ins kalte Wasser war, dann war meine Rückkehr ungefähr so, als würde man seine nassen Haare am Beckenrand ausschütteln: Draußen fühlt es sich dann zum erstan Mal kalt an, besonders weil ich aus dem sonnigen Peru kommend direkt im deutschen Herbst gelandet bin.

Ich bin aber mittlerweile gut abgetrocknet 😉 und der Winterschlaf ist auch vorbei. Seit ein paar Tagen wohne ich wieder in Karlsruhe (nachdem ich in der Heimat ein paar Monate gejobbt habe, um das Konto ein kleinwenig aufzufüllen). Und freue mich auf mein gerade anlaufendes Masterstudium.

Die Rückkehr nach Karlsruhe markiert natürlich auch den perfekten Zeitpunkt, die Fotos auszupacken und an die Wand zu werfen – begleitet von meinem Erlebnisbericht und dem ein oder anderen peruanischen Lied.

Folgende öffentliche Vorträge sind in der nächsten Zeit geplant:

Am 16.05.2019 um 20:00 findet ein Vortrag in der geliebten Matthäusgemeinde statt, der Kirchengemeinde in Karlsruhe, die mich in meinem Aussendungsgottesdienst 2016 für den Einsatz gesegnet hat.
Update: Veranstaltungsort ist das Melanchtonhaus in der Graf-Rhena-Str. 2a in Karlsruhe (welches zur Matthäusgemeinde dazugehört).

Und am 17.05.2019 um [Update:] 19:30 gibt es einen Vortrag in der Laetare-Gemeinde in Unteruhldingen am Bodensee.

PS: Ich bin darüberhinaus stets bereit, auch an anderen Orten mit Begeisterung von meinen Erlebnissen am „Krankenhaus des Glaubens“ in Peru zu berichten – sprecht mich einfach an (Und – keine Sorge – meine Spenden waren während des gesamten Einsatzes ziemlich exakt gedeckt, hier geht es nicht ums Geld sondern um das Teilen von ermutigenden Eindrücken).

Lebenszeichen: Zurück in Deutschland

Am 1. November gegen Mitternacht habe ich, wohlbehalten in Frankfurt gelandet, seit langem wieder kalte Novemberluft geatmet. Mein Einsatz bei Diospi Suyana hat einen runden Abschluss gefunden.

Natürlich werde ich meine Kollegen und Freunde,das peruanische Essen, das angenehme Klima, die gewaltig-schöne Landschaft und vor allem das von der Freude daran, Gott zu dienen, geprägte, wunderbare Arbeitsumfeld am Missionskrankenhaus berechtigterweise nachhaltig vermissen, so sehr ich mich auch auf die neuen Herausforderungen (wie etwa mein geplantes Master-Studium) freue.

Nach allen Warnungen vorm Revers-Kulturschock habe ich in den ersten Tagen noch keine Symptome zu beklagen, auch wenn ich natürlich bei der Abholung vom Flughafen zunächst unangeschnallt über die Autobahn gedüst bin, auf der Toilette den Abfalleimer für benutztes Toilettenpapier vergeblich gesucht habe (von Vermissen kann keine Rede sein) und meine Sprache mit spanischen Lehnwörtern gespickt ist. Ich bin froh, frohen Mutes nach vorne schauen zu dürfen (denn ein Pflug hat keine Rückspiegel).

Und erster Linie bin ich für Erlebnisse der letzten zwei Jahre dankbar. Sollte ich einmal den Plan gehabt haben, Gott durch diesen Einsatz zwei Jahre meiner Lebenszeit zu schenken, so ist dieser nach Hinten losgegangen, denn ich bin mit weit mehr persönlicher und professioneller Erfahrung, Spanischkenntnissen, Eindrücken, schönen Momenten und Freunschaft belohnt worden, als ich mir hätte vorstellen oder gar verdienen können.

Nun noch ein paar Bilder:

Die letzten Tage hatte ich in der Hauptstadt Lima verbracht, um dort die notwendigen Formalien für meine Ausreise zu erledigen. Auf diesem Bild das in Südamerika weit verbreitete Fastfood Salchipapa, welches sprachlich wie auch kulinarisch die Komposition von Würstchen (salchicha) und Pommes (papas) darstellt. Der Käse ist optional.

Vom Gästehaus in Lima aus habe ich auch meinen letzten Arbeitstag in Sistemas begangen: Wir haben endlich das Modul für digitale Belegausgabe in Betrieb genommen. „Enviado y Aceptado SUNAT“ steht auf dem Bildschirm. Das bedeutet „an die SUNAT [Steuerbehörde] geschickt und von dieser akzeptiert“. Gemeint sind die einzelnen Kassenzettel, die digital signiert in Echtzeit an die SUNAT übermittelt werden. Mittels eines QR-Codes können die Patienten dann direkt auf der Seite der SUNAT nachvollziehen, dass wir bei der Rechnung nicht geschummelt haben (indem wir zum Beispiel einen höheren als den in der Steuererklärung angegebenen Betrag verlangt hätten).

Mit meinen Kollegen in Curahuasi war ich digital verbunden und sie tippten mir auch eine Abschiedsbotschaft auf den Bildschirm.

Dann gings zum Flughafen.

Beim Start durchdrangen die quadratisch angeordneten Lichter der unüberblickbaren Metropole den ständigen Dunst.

Die sich dem interessierten Leser vielleicht aufdrängende Frage lautet vielleicht: Was kommt als Nächstes?
Darüber werde ich in den nächsten zwei Wochen nachdenken. Da habe ich nämlich Urlaub.
Aber bekanntlich war ja von Anfang an ein Masterstudium in Informatik, vermutlich in Karlsruhe, angedacht.

Im Endspurt ein Blick auf Andahuaylas. Ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Gestern in einem Monat: Mein letzter Arbeitstag. Mein Endspurt findet am Schreibtisch statt. Gemeinsam mit Sendetechnikspezialist Chris Welch ist es mir heute gelungen, von unserem 5 Stunden entfernten Antennenturm in Andahuaylas erste Kamerabilder aus dem Telemetriesystem zu erhalten. Wohlgemerkt per Satellit.

Er hatte schon alles wunderbar eingerichtet, nur streikte die Weboberfläche des chinesischen Herstellers aufgrund eines fehlenden nicht installierbaren Plugins.

Doch nach flüchtiger Betrachtung des Javascript-Quellcodes gelang es uns, den RTSP-Stream auch mit dem ganz gewöhnlichen VLC-Player wiederzugeben. Leider ist die Übertragung noch nicht zuverlässig, weil die Parameter noch vor Ort auf eine niedrigere Qualität eingestellt werden müssen. Dafür muss Chris wohl tatsächlich die Reise auf sich nehmen. Doch wir haben die optimalen Parameter heute schon in einem Testaufbau experimentell bestimmt. Und zumindest können wir nun mittels sporadischer Schnappschüsse nach dem Rechten sehen.

Im Endspurt ein Blick auf Andahuaylas. Ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Gestern in einem Monat: Mein letzter Arbeitstag. Mein Endspurt findet am Schreibtisch statt. Gemeinsam mit Sendetechnikspezialist Chris Welch ist es mir heute gelungen, von unserem 5 Stunden entfernten Antennenturm in Andahuaylas erste Kamerabilder aus dem Telemetriesystem zu erhalten. Wohlgemerkt per Satellit.

Er hatte schon alles wunderbar eingerichtet, nur streikte die Weboberfläche des chinesischen Herstellers aufgrund eines fehlenden nicht installierbaren Plugins.

Doch nach flüchtiger Betrachtung des Javascript-Quellcodes gelang es uns, den RTSP-Stream auch mit dem ganz gewöhnlichen VLC-Player wiederzugeben. Leider ist die Übertragung noch nicht zuverlässig, weil die Parameter noch vor Ort auf eine niedrigere Qualität eingestellt werden müssen. Dafür muss Chris wohl tatsächlich die Reise auf sich nehmen. Doch wir haben die optimalen Parameter heute schon in einem Testaufbau experimentell bestimmt. Und zumindest können wir nun mittels sporadischer Schnappschüsse nach dem Rechten sehen.

Recheckig, praktisch, bequem…

…sind Schwedenstühle. Die stoffbespannten, kompakt transportierbaren Sitzgelegenheiten sind genau das richtige für Pfadfinder. Daher werden wir solche morgen im „Club de los Exploradores“ konstruieren.

Der feste und farbenprächtige Stoff ist übrigens der Gleiche, der auch das typische Bild einer ein Kind im Tuch auf dem Rücken tragenden Quechuaindianerin prägt. Quechuastoff im Schwedenstuhl, einfach international.

Einen Ticken stolz

Wie soll man unter Zehntausenden die richtige finden?

Gemeint sind natürlich CPTs, bei denen es sich um standardisierte Codes zur genauen Identifizierung von diagnostischen, chirurgischen und anderen medizinischen Prozeduren handelt. Und jedes Mal, wenn ein Arzt bei uns einen Entlasssbrief schreibt, muss er dazu die richtigen CPT-Codes angeben, so will es das Ministerium.

Bis gestern gab es dazu in unserem System eine Auswahlbox die so aussah:

Zwar war eine Volltextsuche möglich, doch in der Praxis gab es einige Probleme:

  • Es gibt oft mehrere ähnliche Codes für die gleiche Behandlung. Der Arzt muss die ganze Beschreibung lesen, um den richtigen auszuwählen, was bei dem kleinen Auswahlfeld quasi unmöglich ist. Niemand möchte den weiten und beschwerlichen Weg bis zum unteren Ende der Trefferliste auf sich nehmen.
  • Es fehlt der Überblick darüber, welche Codes es überhaupt gibt.
  • Die Codes sind eigentlich hierarchisch nach Kategorien geordnet. Doch davon kann der Benutzer gar keinen Gebrauch machen. Dadurch wurden manchmal Codes ausgewählt, die zwar ähnlich anmuten, aber zu einer anderen Spezialisierung als der des Arztes gehören. Und das gab dann Ärger mit dem Ministerium.

Tatsächlich habe ich die Trefferbox, die ich gerade kritisiere vor einigen Monaten selbst eingerichtet. Das war jedoch unter der (nichtzutreffenden) Annahme, dass die Ärzte die meisten Codes ohnehin auswendig wissen und die Beschreibung eher der Kontrolle dient.

Erbeten wurde eine Verbesserung der Benutzerschnittstelle und aus dem Gespräch kristallisierten sich die folgenden Anforderungen heraus:

  • Nach wie vor muss ein dem Arzt bekannter Code schnell ausgewählt werden können.
  • Die Verortung in der hierarchischen Struktur muss dem Arzt bei der Auswahl eines Codes bewusst sein.
  • Bei der Volltextsuche muss ein besserer Überblick über die Suchergebnisse hergestellt werden.

Gemeinsam mit meiner Kollegin wurde erst mal auf dem Papier eine grobe Idee entwickelt:

Die verfügbaren Codes sollten in Form eines auf- und zuklappbaren Baumes dargestellt werden.
Ein darüber befindliches Suchfeld sollte diesen Baum filtern.
Im Falle hinreichend vorgefilterter Ergebnisse sollte der gefilterte Baum sich bereits von Anfang an komplett aufklappen.

Ich nehme für die weniger technischen Leser das Ergebnis vorweg:

Im Video wird nach dem Stichwort „Hysterektomie“ gesucht. Bei diesem Beispiel wird an der schieren Menge der Ergebnisse sofort der Vorteil der Umstellung klar. Sofort kann die einzig verfügbare Anästhesie ausgewählt werden und auch im Bereich der Chirurgie ist es durch die Anzeige der Beschreibungen in langen Zeilen nun möglich, die richtige Variante auszuwählen (die davon abhängt, welche Operationsmethode angewandt wurde, welche Organe mit entfernt wurden und wie schwer die entfernten Organe waren).

Nun zum Technischen. Interessant wurde die Umsetzung aus folgenden Gründen:

  • Der gesamte Baum ist zu groß, um ihn in seiner Fülle dem Browser zuzumuten. Es werden immer nur die gerade aufgeklappten Schichten, beziehungsweise das aktuelle Suchergebnis per AJAX vom Server angefordert. Auch der gefilterte Baum wird nur dann komplett geladen, wenn die Suche hinreichend genau war.
  • Obwohl für den Benutzer der Eindruck erweckt wird, dass beim Tippen die Suche sofort verfeinert wird, stoßen die einzelnen Tastenanschläge keine aufwendigen Anfragen aus, sondern erst wenn er mit dem Tippen aufhört (debouncing), wird nach 250ms eine Suche ausgelöst. Das führt im Test beim nicht flüssigen Tippen von „Hysterektomie“ zu nur zwei statt dreizehn Anfragen.
  • Der Baum wird nicht bei jeder Anfrage erneut aus der Datenbank geladen und zusammengesetzt, sondern in einer optimierten Hash-basierten Datenstruktur im Arbeitsspeicher gecached und dann nur in Echtzeit gefiltert, der passende Teilbaum ausgewählt und dann der Baum an der maximalen Tiefe beschnitten.
  • Die Tiefe des Baumes ist technisch (weitgehend) unbegrenzt. Sollte das Ministerium eine 20 Ebenen tiefe Verschachtelung vorsehen, sind wir schon gewappnet.
  • Der Baumfilteralgorithmus ist interessant. Durch die Suchbegriffe wird die Teilmenge der anzuzeigenden Blätter festgelegt. Nun ist ein minimaler Teilbaum gesucht, der alle diese Blätter enthält (aber keine leergefilterten Unterkategorien). Das performant und richtig zu bewerkstelligen erforderte zwei Anläufe. Und ich konnte meiner Kollegin dabei Unit-Tests erklären.
  • Spezialbehandlung von Sonderzeichen: Wer ‚i‘ eingibt, möchte auch Treffer finden, die ‚í‘ (mit Akzent) enthalten. Rein technisch sind das aber erst einmal völlig verschiedene Zeichen. Dass dies nötig ist, war die Idee meiner neuen peruanischen Kollegin.
  • Die Baumalgorithmen im Backend wie auch das von Grund auf selbst entwickelte jQuery-Plugin zur dynamischen Baumanzeige im Frontend wurden als wiederverwendbare Komponenten angelegt.

Diese „Klickibunti“-Arbeit hat mir viel Freude bereitet, weil man am Ende das Ergebnis so schön sieht.
Und vielleicht hilft er auch bei der Beantwortung der folgenden Frage:

Was hat dieser Informatiker eigentlich in einem Missionskrankenhaus zu suchen?

Probier’s mal mit Gelassenheit

Eigentlich bin ich nur zu Hause, um meine Pflanzen zu gießen.
Temporär bin ich nämlich, um darauf aufzupassen, ins Haus eines Missionarsehepaars gezogen, das einen Monat in Deutschland verbringt.
Die beiden haben auch ein Klavier da gelassen, auf das passe ich ganz besonders gut auf.
(Unser Radiologe John scherzte mal, er sei viele Jahre mit einem Klavier verheiratet gewesen, bis er seine Frau kennen lernte.
In diesem Sinne habe ich gerade eine ziemlich vergnügliche Affäre, sodass mein eigenes Piano in Deutschland bestimmt die Verlobung auflöst, sobald es davon erfährt).

In der Hand ein paar wenige Dinge, die ich beim Umzug vergaß, möchte ich soeben die Tür abschließen, als mir noch der spontane Gedanke durch den Kopf fährt, einen Blick in den Kühlschrank zu werfen. Ich öffne die Tür.

Die Nase ist am nähesten am sich öffnenden Kühlschranktürschlitz und registriert daher als erste die leicht alkoholisch, leicht nach Essig riechende Sauce auf dem Kühlschrankboden. Die Augen beobachten fasziniert, wie diese aus dem Gefrierfach tropft uns sich Ebene für Ebene bis in einen See auf dem Kühlschrankboden ergießt, wie ein farbiges Wasserspiel (die Flüssigkeit ist rötlicher Färbung, mit gelben Schlieren). Die Ohren beeilen sich nun, festzustellen, dass der Kühlschrank gar nicht summt.

Keine Kälte. Zwei Ameisen spazieren am lauen Ufer des Kühlschrankbodensees entlang.

(Später komme ich zum Schluss, dass sie, nachdem die Tür ja dicht verschlossen war, sicherlich durch den Kondenswasserauslass an der Kühlschrankrückseite eingedrungen sein müssen wie Forscher in eine Tropfsteinhöhle. Durchs Öffnen der Grottenwand und das ganze Licht habe ich denen bestimmt total die Stimmung ruiniert. „So ein Lappen“, werden die beiden sich gedacht haben und damit ihr eigenes Schicksal erraten haben, bevor es sie begrub.)

Ich forsche jetzt auch, und zwar nach der Ursache. Fast fühle ich mich wie bei der Arbeit. Dass Fehler im Programmcode zu finden als Debugging („Entkäfern“), bezeichnet wird, also auch hierbei bildlich Insekten auf die Spur gegangen wird, trägt dazu sicher bei.

Auch die Vorgehensweise ist ähnlich, sie orientiert sich am Abklappern von Annahmen. Ein Kühlschrank muss an sein, wenn er Strom hat. Er hat doch Strom? Sein Stecker steckt in einem Gerät, das vor Spannungsspitzen schützen soll. Die Kontrolleuchte am Spannungsspitzenschutzgerät sollte an sein, wenn es Strom hat. Doch sie ist aus. Es ist aber kein Stromausfall. Beim Überprüfen der Sicherung des Spannungsspitzenschutzgeräts stelle ich fest, dass es ganz nass ist.

Wasser und Strom haben den Ruf, gemeinsam Unfug anzustellen. Sicherheitshalber entferne ich also die Stromzufuhr aus der Wandsteckdose, bevor ich es genauer diagnostiziere. Die Nase ist wieder am schnellsten und vermeldet den ihr aus meiner experimentierfreudigen Kindheit bekannten Geruch von verschmurgelter Elektronik.

Damit steht fest: Es wurde wohl, jenseits aller Hoffnung auf Wiederbelebung durch Beatmung und Herzdruckmassagen, ertränkt.
Aber woher kommt das Wasser? Wer hätte ein Motiv,…?

Da. Ein Tropfen fällt direkt auf die Stelle, auf der bis vor Kurzem das nun ausgediente Gerät diente. Auf heißer Tat überführt. Ich habe genau gesehen, dass er vom kleinen Küchenregal, von Regaletage zwei kam. Regaletage zwei ist bis zur abgesetzten Regalkannte überflutet. Doch Regaletage zwei könnte so viel Wasser niemals selbst aufbringen, sie ist nur ein kleiner Fisch (und ähnlich nass wie ein solcher) in diesem schmutzigen Geschäft. Die Ermittlungen führen schnell zu Regaletage drei, die ähnlich überflutet ist. Zwei Besteckkörbe haben überlebt und werden evakuiert. Die Regaletage drei zu Grunde liegende Spanplatte hat tapfer versucht, Widerstand zu leisten, indem sie möglichst viel Wasser aufgesaugt hat. Sie ist so aufgequollen wie ein überfahrener Hund nach einer Woche in der Sonne (das ist an der Panamericana kein allzu weit hergeholter Vergleich).

Auf Regaletage drei befindet sich natürlich auch die Quelle des Wassers. Noch immer tröpfelt es aus einer Dichtung am Austrittshahn des großen Wasserfilters.

Auf die Aufklärung folgt die Tatortreinigung. Es ist ja gut, einen Kühlschrank hin und wieder abzutauen, aber empfehlenswert, den Inhalt vorher zu entfernen, nicht nachher. Es finden sich dabei letzte Hinweise auf den Tathergang. Die Sauce war das Produkt aufgetauter und zersetzter Ciruelas (das sind kirschenähnliche Früchte). Sie hat den ebenfalls im Gefrierfach gelagerten Teig in Mitleidenschaft gezogen, ist aus der offenbar nicht ganz dichten Gefrierfachtür entwichen und hat dann Etage für Etage den Kühlschrank benetzt. Faszinierend, dass ein Wasserspiel das andere ausgelöst hat.

Auf die Tatortreinigung folt die Ursachenbehebung. Dafür muss einfach die Dichtung um den Auslasshahn des Filters etwas fester gezogen werden.
Eine hervorragende Gelegenheit, den Filter gleich mal zu entalgen.

Schließlich der Prozess. Die Urteile fallen jetzt viel milder aus als früher.

Früher hätte ich mich dazu hinreißen lassen, dem gesamten Tag eine zwei-Sterne-Bewertung reinzudrücken.
Doch der Tag ist, ebenso wie alle anderen Tage des gleichen Herstellers(Schöpfers) frei von Produktionsmängeln.
Und heute war sogar noch besonders gutes Wetter.

Allerdings hätte das ganze Schlamassel verhindert werden können, wenn ich den Filter etwas früher gereinigt und dabei gleich die Dichtung am Hahn festgezogen hätte.
Auf diese Fahrlässigkeit steht als Strafe schlechte Laune.
Ich setze die Strafe zur Bewährung an.